Geschichten

Nicht zu groß. Nicht zu klein. Bloß nicht 40 × 40.

Wie das Kissinski-Original entstand

Als ich Kissinski 2006 eröffnete, war der Laden noch ganz den historischen Stoffen gewidmet – überwiegend alten Bettwäschestoffen, wie sie früher traditionell in Rot-Weiß und Blau-Weiß hergestellt wurden: Karos, Streifen und kleine Blümchen.

Das Wunderbare an ihnen war nicht nur die Besonderheit jedes einzelnen Musters. Es war ihr Zusammenspiel. Fast alles ließ sich miteinander kombinieren, austauschen und immer wieder neu mischen. Ein Kissen kam hinzu, eines wanderte nach hinten – und schon sah die ganze Geschichte wieder anders aus.

Gerade in einem kleinen Laden war das ideal. Die Kissen sollten sich stapeln lassen, wenig Raum beanspruchen und trotzdem eine möglichst große Vielfalt zeigen. Auch neue Stoffe sollten später selbstverständlich neben den alten bestehen können, ohne diese zu verdrängen.

Nur das passende Format fehlte.

40 × 40 cm? Zu schmal. Zu hoch. Zu gewöhnlich.

Ich wollte eine eigene Proportion: nicht zu groß, nicht zu klein, sympathisch ausgewogen – mit einem etwas kompakteren, gemütlicheren Volumen.

So entstand 47 × 32 cm.

Ein Maß, das nicht aus einer Normtabelle kam, sondern aus dem Laden selbst: aus seinem begrenzten Platz, den stapelbaren Kissen, den frei kombinierbaren Mustern im Sinne von Mix & Match und dem Wunsch, etwas Eigenständiges zu schaffen.

Nicht von der Stange – nicht einmal die Maße. Der Laden erst recht nicht.

Denn Kissinski sollte nie ein Warenumschlagplatz sein. Sondern ein Ort, an dem Stoffe auf persönliche Wünsche treffen und daraus von Hand etwas entsteht, das nicht überall zu finden ist.

So wurde 47 × 32 cm zum Kissinski-Original: geboren aus alten Stoffen, einem kleinen Laden und einer ziemlichen Abneigung gegen 40 × 40.